Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um deine Erfahrung zu verbessern und für Marketingzwecke. Besuche unsere Cookie-Richtlinie um mehr zu erfahren.

Bonuszahlungen

Bonuszahlung: Jahresbonus, Quartalsbonus und Monatsbonus im Vergleich

Jährlich, halbjährlich, quartalsweise, monatlich oder als Spot-Bonus? Ein Praxisleitfaden zum Auszahlungsrhythmus von Boni für HR- und Reward-Teams, mit Forschungsergebnissen, europäischen Lohnabrechnungsregeln und TalentUp-Daten aus Stellenanzeigen.

Auch verfügbar auf: EnglishEspañolCatalàFrançaisItalianoPortuguês

Grüne Geschenkbox mit roter Schnur auf US-Dollar-Banknoten

Der Auszahlungsrhythmus einer Bonuszahlung beschreibt, wie oft ein Bonus gemessen und ausgezahlt wird: jährlich, halbjährlich, quartalsweise, monatlich oder als Spot-Bonus. Der Jahresbonus ist in den meisten Unternehmen weiterhin der Standard, doch der richtige Rhythmus hängt davon ab, wie schnell sich die Ergebnisse einer Rolle messen lassen, wie viel administrativen Aufwand Sie stemmen können und, in Europa, wie sich Boni zum 13. und 14. Monatsgehalt verhalten.

Dieser Leitfaden vergleicht alle Auszahlungsrhythmen nebeneinander, fasst zusammen, was die Forschung tatsächlich zeigt, erläutert die in Europa relevanten Punkte zu Lohnabrechnung und Steuern und bietet eine Schritt-für-Schritt-Methode, um Ihren Bonuszyklus zu wählen und zu ändern. Außerdem enthält er TalentUp-Daten dazu, wie oft Stellenanzeigen in 10 europäischen Ländern die einzelnen Bonusrhythmen nennen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jahresboni dominieren: In der TalentUp-Stichprobe von Stellenanzeigen für 2026 erscheinen sie in 10 europäischen Ländern etwa viermal so häufig wie Quartalsboni.
  • Die meisten Arbeitgeber sagen nicht, wie oft Boni ausgezahlt werden: Nur 14,1 % der Anzeigen mit Bonus nennen einen Rhythmus.
  • Der Vertrieb ist die Ausnahme: In Vertriebsanzeigen werden Monats- und Quartalsboni genauso oft genannt wie Jahresboni.
  • Die Forschung spricht für frühere Belohnungen zur Motivation, doch häufigere Auszahlungen steigern nicht automatisch die Leistung, die sie vergüten.
  • Das 13. und 14. Gehalt sind Fixvergütung, keine Boni; gestalten Sie Ihren Kalender für variable Vergütung um sie herum.

Was bedeutet der Auszahlungsrhythmus von Boni?

Der Bonusrhythmus hat zwei Bestandteile, die leicht verwechselt werden:

  • Der Bemessungszeitraum: der Zeitraum, über den die Leistung bewertet wird (ein Monat, ein Quartal, ein Jahr, ein Projekt).
  • Der Auszahlungsrhythmus: wann das Geld bei den Beschäftigten ankommt. Ein Bonus kann über ein Jahr bemessen, aber in zwei Raten ausgezahlt werden, oder monatlich bemessen und quartalsweise ausgezahlt werden.

Der Bonusrhythmus ist eine Gestaltungsentscheidung innerhalb Ihres kurzfristigen Anreizplans (Short-Term Incentive). Er ist zu trennen von festen Sonderzahlungen wie dem in Südeuropa und Österreich üblichen 13. und 14. Monatsgehalt, die nicht an Leistung gekoppelt sind. Zur motivationalen Seite der Bonusgestaltung lesen Sie die Psychologie hinter Bonusstrukturen.

Alternative Bonusrhythmen und ihre Vor- und Nachteile

Rhythmus Typische Rollen Vorteile Nachteile
Jährlich Führung, Zentralfunktionen, Tech, Rollen mit langen Zyklen Einfach und kostengünstig; passt zu Jahresbudgets und Jahreszielen; hohe, sichtbare Auszahlung Großer Abstand zwischen Leistung und Belohnung; Ziele veralten; Kündigungen häufen sich nach der Auszahlung
Halbjährlich Gemischte Teams, Unternehmen auf dem Weg weg vom Jahresmodell Halbiert die Wartezeit; Korrektur zur Jahresmitte möglich; moderater Aufwand Zwei Kalibrierungsrunden; kleinere Einzelbeträge
Quartalsweise Vertrieb, Customer Success, Operations, Projektgeschäft Kurze Feedbackschleife; Ziele lassen sich jedes Quartal neu setzen; passt zu Quarterly Business Reviews Vier Zyklen mit Daten, Freigaben und Abrechnung; Risiko von Kurzfristdenken und Sandbagging zwischen den Quartalen
Monatlich Innendienst, Call- und Contact-Center, Einzelhandel, Außendienst Unmittelbarer Zusammenhang zwischen Aktivität und Vergütung; leicht verständlich Hoher Aufwand; kleine Beträge; schwankendes Einkommen; funktioniert nur mit sauberen, automatisierten Kennzahlen
Spot / anlassbezogen Alle, für außergewöhnliche Beiträge Unmittelbare, persönliche Anerkennung; flexibel Ohne Kriterien droht der Eindruck von Günstlingswirtschaft; schwer zu budgetieren; Gleichbehandlungsrisiko unter Entgelttransparenz
Projekt oder Meilenstein Beratung, Engineering, agile Teams Belohnung an echte Ergebnisse statt an den Kalender gekoppelt Unterstützende Rollen gehen leer aus; unklar, wenn Projekte sich verzögern

Aus der Tabelle ergeben sich zwei praktische Regeln. Erstens: Je kürzer der Zyklus, desto automatisierter und verlässlicher müssen Ihre Daten sein. Zweitens: Der Rhythmus sollte dem natürlichen Takt der Arbeit folgen. Deshalb landen viele Unternehmen bei einem Hybridmodell: monatliche oder quartalsweise Provisionen für den Vertrieb, ein jährlicher Unternehmensbonus für alle und ein Spot-Budget für außergewöhnliche Leistungen.

Jahresbonus vs. Quartalsbonus: Was ist besser?

Keines von beiden ist generell besser. Wählen Sie den Quartalsbonus, wenn Ergebnisse jedes Quartal messbar sind, Ziele sich schnell ändern und Beschäftigte den Zusammenhang zwischen ihrem Handeln und dem Ergebnis erkennen. Wählen Sie den Jahresbonus, wenn sich Ergebnisse erst nach einem Jahr oder später zeigen, wenn Daten erst zum Jahresende verlässlich sind oder wenn der Bonus vor allem unternehmensweite Ergebnisse belohnt. Ein gängiger Mittelweg ist ein Halbjahresbonus oder eine quartalsweise Auszahlung eines Teils des Bonus, während der Rest zum Jahresende abgerechnet wird, sobald die Gesamtjahresergebnisse feststehen.

Nicht alle halten die Wahl für so ausgewogen. Justin Joffe, CEO-Coach und Search-Fund-Investor, plädiert ohne Einschränkung für den Abschied vom Jahresmodell:

Justin Joffe Justin JoffeCEO-Coach, Search-Fund-Investor

Jahresboni funktionieren nicht. Das sind die Gründe: […] Zwischen Handlung und Belohnung vergeht zu viel Zeit. Was im ersten und zweiten Quartal getan wurde, ist längst vergessen, wenn der Bonus kommt. […] Schaffen Sie stattdessen kürzere Bonuszyklen, am besten monatlich oder vierteljährlich.

Januar 2025 · Aus dem Englischen übersetzt Auf LinkedIn lesen →

Was die Forschung zum Zeitpunkt der Bonuszahlung sagt

Die Evidenz spricht für frühere Belohnungen, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung.

  • Frühere Belohnungen steigern die Motivation. In fünf im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlichten Experimenten zeigten Woolley und Fishbach (2018), dass eine sofortige Belohnung Interesse und Ausdauer bei einer Aufgabe stärker steigerte als dieselbe oder sogar eine höhere Belohnung zu einem späteren Zeitpunkt. In einer Studie erhöhten sofortige Boni die Ausdauer um fast 20 % gegenüber einer Verzögerung von einem Monat.
  • Auszahlungen wirken als Erinnerung, nicht nur als Anreiz. Frankort und Avgoustaki (2022) analysierten 169 Wochen an Daten von Beschäftigten im Kundensupport mit einem Anreizplan. Sie fanden keinen Beleg dafür, dass die Zahlungen die Dynamik der incentivierten Leistung selbst veränderten, doch jede Zahlung steigerte vorübergehend nicht incentivierte Verhaltensweisen und Ergebnisse, was sie als „salience-induced reciprocity“ bezeichnen.

Für HR lautet die praktische Schlussfolgerung: Häufigere Boni halten den Plan sichtbar und rücken die Belohnung näher an die Leistung, was das Engagement fördert, aber sie reparieren keinen Plan mit den falschen Kennzahlen. Der Rhythmus verstärkt ein gutes Design; er ersetzt es nicht.

Denise Liebetrau, Gründerin und CEO von Prosper Consulting sowie HR- und Vergütungsberaterin, überträgt das auf die Gestaltung des Plans: Ein Bonus motiviert nur, wenn Beschäftigte ihn während des Jahres verfolgen können.

Denise Liebetrau Denise LiebetrauGründerin und CEO, HR- und Vergütungsberaterin, Prosper Consulting

Seien Sie transparent bei der Bonusberechnung. Zeigen Sie Ihren Beschäftigten, wie ihre Aufgaben und Ergebnisse die Kennzahlen beeinflussen, auf denen die Bonusberechnung beruht. Informieren Sie das ganze Jahr über den Fortschritt bei den Bonuszielen. (Wenn Sie voraussichtlich keinen Bonus zahlen, sollte das niemanden überraschen.)

Oktober 2025 · Aus dem Englischen übersetzt Auf LinkedIn lesen →

Wie oft nennen Arbeitgeber welchen Bonusrhythmus? TalentUp-Daten

16,2 %

der Stellenanzeigen nennen einen Bonus, eine Provision oder variable Vergütung

14,1 %

Nur davon geben an, wie oft er ausgezahlt wird

1,6 %

aller Anzeigen nennen einen Jahresbonus, gegenüber 0,2 % Quartalsbonus und 0,4 % Monatsbonus

Quelle: TalentUp-Datenbank für Stellenanzeigen, Januar–September 2026, 10 europäische Länder.

Stellenanzeigen zeigen, wie Arbeitgeber gegenüber Kandidatinnen und Kandidaten über Boni sprechen. In unserer Stichprobe für 2026 ist der Jahresbonus mit Abstand der am häufigsten beworbene Rhythmus, und das Bild hat sich seit 2024 kaum verändert, als 1,9 % der Anzeigen einen Jahresbonus und 0,3 % einen Quartalsbonus nannten. Der wichtigere Befund ist, was fehlt: Die meisten Anzeigen sagen, dass es einen Bonus gibt, aber nicht, wann er ausgezahlt wird, eine Lücke, nach der Bewerbende zunehmend fragen.

Berufsfeld (10 europäische Länder, 2026) Anzeigen mit Bonus Jährlich Quartalsweise Monatlich
Vertrieb 26,3 % 1,5 % 0,6 % 1,0 %
Technologie 16,6 % 2,0 % 0,0 % 0,1 %
Alle Rollen 16,2 % 1,6 % 0,2 % 0,4 %

Der Vertrieb ist das einzige große Berufsfeld, in dem kurze Zyklen mit dem Jahresbonus konkurrieren: Monats- und Quartalsnennungen zusammen (1,6 %) entsprechen den Jahresnennungen (1,5 %). Tech-Rollen bewerben fast immer Jahresboni. Unter den englischsprachigen Märkten sticht das Vereinigte Königreich hervor: 3,7 % der Anzeigen nennen einen Jahresbonus und 0,6 % einen Quartalsbonus.

13. und 14. Monatsgehalt in Stellenanzeigen

Land Anzeigen mit 13./14. Gehalt, Weihnachts- oder Urlaubsgeld (2026) 2024
Deutschland 25,9 % 22,2 %
Frankreich 5,6 % 6,4 %
Österreich 4,6 % 3,9 %
Niederlande 3,9 % 5,4 %
Italien 3,1 % 2,6 %
Portugal 1,9 % 1,9 %
Belgien 1,8 % 2,6 %
Spanien 0,8 % 0,5 %

In Deutschland sind Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld ein klassisches Verkaufsargument und werden in einem Viertel der Anzeigen genannt. Wo Sonderzahlungen gesetzlich oder durch nahezu flächendeckende Tarifverträge geregelt sind, etwa in Spanien, Portugal und Italien, werden sie in Anzeigen selten erwähnt, weil Bewerbende sie als selbstverständlich voraussetzen und Gehälter meist als Bruttojahresbetrag angegeben werden.

13. und 14. Monatsgehalt und Bonusrhythmus in Europa

In mehreren europäischen Ländern erhalten Beschäftigte 14 Gehaltszahlungen pro Jahr statt 12. Diese sind Fixvergütung, keine Leistungsboni, prägen aber Liquidität, Abrechnungskalender und die Wahrnehmung jedes zusätzlichen variablen Bonus.

Land Sonderzahlungen Rechtsgrundlage
Spanien Zwei außerordentliche Zahlungen pro Jahr, eine zu Weihnachten und die andere in dem im Tarifvertrag festgelegten Monat; sie können auf 12 Monatszahlungen verteilt werden, wenn der Tarifvertrag dies zulässt Arbeitnehmerstatut (Estatuto de los Trabajadores), Art. 31
Portugal Weihnachtsgeld (subsídio de Natal) in Höhe eines Monatsgehalts bis zum 15. Dezember, zuzüglich Urlaubsgeld (subsídio de férias) Arbeitsgesetzbuch (Código do Trabalho), Art. 263–264
Italien 13. Monatsgehalt (tredicesima), im Dezember an Beschäftigte im Privatsektor gezahlt; 14. Monatsgehalt (quattordicesima) nur in einigen Tarifverträgen, etwa im Handel, meist im Juni oder Juli gezahlt Gesetz und nationale Tarifverträge
Griechenland Weihnachtsgeld in Höhe eines Monatsgehalts, Ostergeld in Höhe eines halben Monats und Urlaubsgeld von bis zu einem halben Monat Gesetzlich für Beschäftigte im Privatsektor
Österreich Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration, meist je ein Monatsgehalt; nicht gesetzlich, sondern durch Kollektivverträge, Betriebsvereinbarungen oder Arbeitsverträge geregelt und begünstigt besteuert Kollektivverträge; § 67 EStG 1988
Niederlande Urlaubsgeld von mindestens 8 % des Bruttojahresgehalts, mindestens einmal jährlich gezahlt; ein 13. Monatsgehalt gibt es nur per Vertrag oder Tarifvertrag Gesetz über Mindestlohn und Mindesturlaubsgeld (Wet minimumloon en minimumvakantiebijslag)
Frankreich, Belgien, Deutschland 13. Monatsgehalt, Jahresendprämie oder Weihnachts- und Urlaubsgeld sind verbreitet, beruhen aber auf Tarifverträgen, betrieblicher Übung oder Arbeitsverträgen Branchen- und Unternehmensvereinbarungen

Was das für den Bonusrhythmus bedeutet:

  • Vermeiden Sie gehäufte Liquiditätsspitzen. In Ländern mit 14 Gehältern steigt die Lohnsumme ohnehin im Juni oder Juli und im Dezember. Ein variabler Bonus in denselben Monaten verstärkt diese Spitzen und erhält weniger Aufmerksamkeit von den Beschäftigten.
  • Vergleichen Sie die Gesamtbarvergütung, nicht das Monatsgehalt. Ein Angebot mit 14 Zahlungen und eines mit 12 Zahlungen plus Jahresbonus können gleich viel wert sein. Benchmarken Sie immer das Bruttojahresgehalt.
  • Prüfen Sie die steuerliche Behandlung von Einmalzahlungen. Manche Länder besteuern Sonderzahlungen anders (der begünstigte Steuersatz für das 13. und 14. Gehalt in Österreich ist das bekannteste Beispiel), und der Lohnsteuerabzug bei einem hohen Einmalbonus kann vom Monatsgehalt abweichen. Stimmen Sie sich mit der lokalen Lohnabrechnung ab, bevor Sie den Kalender ändern.
  • Anteilige Ansprüche und Austritte. Feste Sonderzahlungen entstehen anteilig; Ihr Bonusplan muss für jeden Zyklus gesondert regeln, was bei Eintritten, Austritten und Elternzeit gilt.

So wählen Sie den richtigen Bonusrhythmus

Bewerten Sie jedes Berufsfeld anhand von fünf Fragen:

  1. Wie schnell lassen sich Ergebnisse verlässlich messen? Wenn saubere Daten erst zum Jahresende vorliegen, beruht ein Quartalsbonus auf Schätzungen und Streitigkeiten.
  2. Wie lang ist der Leistungszyklus? Monatliche Vertriebsziele passen zu monatlichen oder quartalsweisen Auszahlungen; strategische Arbeit oder F&E passt zu einem jährlichen Rhythmus.
  3. Wie stark können Beschäftigte das Ergebnis im Zeitraum beeinflussen? Kurze Zyklen motivieren nur, wenn individuelle Leistung die Kennzahl bewegt.
  4. Was können Lohnabrechnung und Führungskräfte bewältigen? Jeder Zyklus bedeutet Datenextraktion, Kalibrierung, Freigaben und Abrechnungsläufe.
  5. Wie hoch ist der Bonus? Ist der Zielbonus gering, entstehen bei einer Aufteilung auf zwölf Monatszahlungen Beträge, die kaum wahrgenommen werden.
Wenn … Dann erwägen Sie
Ergebnisse monatlich messbar und weitgehend individuell sind Monatliche oder quartalsweise Provision bzw. Bonus
Ergebnisse quartalsweise messbar sind und Ziele sich oft ändern Quartalsbonus, ggf. mit Ausgleich zum Jahresende
Ergebnisse von der Unternehmensleistung insgesamt abhängen Jährlicher Unternehmensbonus, optional halbjährlich ausgezahlt
Ergebnisse sich erst nach mehr als einem Jahr zeigen Jahresbonus plus langfristige Anreize
Sie außergewöhnliche einmalige Leistungen anerkennen möchten Ein Spot-Bonus-Budget mit schriftlichen Kriterien

Bonushöhe und Bonusrhythmus sollten zusammen mit dem Grundgehalt festgelegt werden. Prüfen Sie mit Marktgehaltsdaten, wo jede Rolle im Marktvergleich steht, und wie variable Vergütung mit Marktgehältern und interner Gerechtigkeit zusammenspielt.

So stellen Sie vom Jahresbonus auf einen Quartalsbonus um

  1. Starten Sie mit einem Pilotprojekt. Wählen Sie einen Bereich mit messbaren Quartalszielen, oft Vertrieb oder Customer Success, und testen Sie das Modell mindestens zwei Quartale lang.
  2. Teilen Sie das Ziel auf, statt es aufzustocken. Wandeln Sie den Jahreszielbonus in Quartalsanteile um (zum Beispiel 4 × 25 % oder 3 × 20 % plus 40 % zum Jahresende), damit die Gesamtkosten gleich bleiben.
  3. Behalten Sie eine Jahreskomponente bei. Ein Ausgleich zum Jahresende schützt vor Taktieren zwischen den Quartalen und hält den Fokus auf den Gesamtjahresergebnissen.
  4. Legen Sie die Quartalsziele vor Quartalsbeginn fest und veröffentlichen Sie Formel, Schwellenwerte und Obergrenzen schriftlich.
  5. Planen Sie das Übergangsjahr. Klären Sie, wie sich der letzte Jahresbonus und die ersten Quartalsauszahlungen überschneiden, damit niemand Geld verliert oder doppelt bezahlt wird.
  6. Prüfen Sie Arbeitsverträge und Tarifverträge. In vielen europäischen Ländern kann eine Änderung der Berechnung oder Auszahlung variabler Vergütung die Zustimmung der Beschäftigten oder die Beteiligung der Arbeitnehmervertretung erfordern.
  7. Automatisieren Sie die Daten. Quartalsberechnungen in Tabellenkalkulationen sind der Ausgangspunkt für Fehler und Streitigkeiten.
  8. Messen Sie das Ergebnis nach jedem Zyklus anhand von Daten zu Bindung, Engagement und Leistung, und justieren Sie nach.

Bonusrhythmus und Entgelttransparenz

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (2023/970) legt keinen Bonuskalender fest, aber variable Vergütung zählt als Entgelt. Sobald die nationalen Umsetzungsgesetze greifen (die Umsetzungsfrist endete am 7. Juni 2026), bedeutet das:

  • Objektive, geschlechtsneutrale Kriterien für jeden Bonus, dokumentiert vor Beginn jedes Zyklus und für die Beschäftigten zugänglich.
  • Berichterstattung über variable Vergütung: Arbeitgeber mit 250 oder mehr Beschäftigten berichten ab dem 7. Juni 2027 jährlich, solche mit 150–249 Beschäftigten ab 2027 alle drei Jahre und solche mit 100–149 Beschäftigten ab 2031 alle drei Jahre, einschließlich des geschlechtsspezifischen Entgeltgefälles bei variablen Bestandteilen und des Anteils der Frauen und Männer, die sie erhalten.
  • Mehr Zyklen, mehr Entscheidungspunkte. Jede Quartals- oder Spot-Prämie ist eine Vergütungsentscheidung, die erklärbar sein muss. Spot-Boni ohne Kriterien sind am schwersten zu verteidigen.

Einen Überblick über alle Pflichten finden Sie in Was HR über das EU-Entgelttransparenzgesetz wissen muss und So bereiten Sie sich auf die Richtlinie vor.

Fazit

Den einen besten Bonusrhythmus gibt es nicht. Jahresboni bleiben der Standard und passen weiterhin zu Rollen mit langen Zyklen, quartalsweise und monatliche Auszahlungen funktionieren dort, wo Ergebnisse messbar und individuell sind, und Spot-Boni ergänzen unmittelbare Anerkennung, wenn sie klaren Regeln folgen. In Europa sollten Sie den Kalender um das 13. und 14. Gehalt und die lokalen Abrechnungsregeln herum gestalten. Und da die meisten Stellenanzeigen nichts darüber sagen, wann Boni ausgezahlt werden, ist eine klare Angabe Ihres Bonusrhythmus eine einfache Möglichkeit, sich bei Bewerbenden abzuheben.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Sind Quartalsboni besser als Jahresboni?

Nicht grundsätzlich. Quartalsboni verkürzen den Abstand zwischen Leistung und Belohnung und eignen sich für Rollen mit kurzen, messbaren Zyklen wie Vertrieb oder Customer Success. Jahresboni passen weiterhin zu Rollen, deren Ergebnisse sich erst nach einem Jahr oder später zeigen, und sind günstiger in der Administration.

Welcher Auszahlungsrhythmus für Boni ist am häufigsten?

Der jährliche. In der TalentUp-Stichprobe europäischer Stellenanzeigen für 2026 werden Jahresboni etwa viermal so häufig genannt wie Quartalsboni, obwohl die meisten Anzeigen mit Bonus nicht angeben, wie oft er ausgezahlt wird.

Ist ein 13. Monatsgehalt ein Bonus?

In der Regel nicht. In Ländern wie Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und Österreich sind das 13. und 14. Gehalt Fixvergütung, die auf 14 Zahlungen verteilt wird, durch Gesetz oder Kollektiv- bzw. Tarifverträge geregelt ist und nicht an Leistung gekoppelt ist.

Was ist ein Spot-Bonus?

Eine einmalige Prämie, die kurz nach einem außergewöhnlichen Beitrag außerhalb des regulären Bonuszyklus ausgezahlt wird. Sie funktioniert am besten mit klaren, veröffentlichten Kriterien und einem festen Budget statt als spontanes Geschenk der Führungskraft.

Wie stellt man von einem Jahresbonus auf einen Quartalsbonus um?

Testen Sie das Modell in einem Bereich mit messbaren Quartalszielen, teilen Sie den Jahreszielbonus auf, statt zusätzliches Geld auszuschütten, behalten Sie einen jährlichen Anteil bei und kommunizieren Sie die Regeln schriftlich vor Beginn des ersten Quartals.

Wirkt sich die EU-Entgelttransparenzrichtlinie auf den Auszahlungsrhythmus von Boni aus?

Sie schreibt keinen Bonuskalender vor, aber variable Vergütung zählt als Entgelt. Wo nationale Gesetze sie umsetzen, müssen die Kriterien objektiv und geschlechtsneutral sein, und Arbeitgeber ab 100 Beschäftigten müssen das geschlechtsspezifische Entgeltgefälle bei der variablen Vergütung berichten.

Artikel teilen

LinkedIn X

Geschrieben von

Albert Mercadé Laborda

Marketing Manager

Albert verantwortet Marketing und Growth bei TalentUp und arbeitet an der Schnittstelle von HR, Compensation & Benefits und Entgelttransparenz. Er macht aus den Gehaltsdaten von TalentUp praxisnahe Leitfäden, mit denen HR- und Total-Rewards-Teams Gehälter mit dem Markt vergleichen, faire Vergütungsstrukturen aufbauen und sich auf die EU-Entgelttransparenzrichtlinie vorbereiten.

Weitere Artikel dieses Autors

Newsletter

Gehalts-Insights in Ihrem Posteingang, einmal pro Woche

Benchmarks, Neuigkeiten zur Entgelttransparenz und praktische Leitfäden für HR- und Vergütungsteams.

Kein Spam. Jederzeit abbestellbar.