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Entgelttransparenz

Stufen der Entgelttransparenz: Wie viel sollten Sie offenlegen?

Entgelttransparenz ist kein Alles-oder-nichts. Nutzen Sie dieses Reifegradmodell in fünf Stufen, die Mindestanforderungen der EU-Richtlinie und TalentUp-Daten zu Stellenanzeigen, um zu entscheiden, wie viel Sie offenlegen, und formulieren und kommunizieren Sie anschließend Ihre Richtlinie.

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Person springt bei Sonnenuntergang von einer Klippe ins Meer

Die Stufen der Entgelttransparenz beschreiben, wie viele Vergütungsinformationen eine Organisation teilt und mit wem: von der verschlossenen Vergütung, bei der nur HR die Zahlen kennt, über Prozesstransparenz, interne Gehaltsspannen und Spannen in Stellenanzeigen bis hin zu vollständig offenen individuellen Gehältern am anderen Ende. Die meisten Unternehmen müssen nicht die höchste Stufe erreichen. Sie müssen die für ihren Kontext passende Stufe wählen, die Grundlagen dafür schaffen und sie gut erklären.

In Europa ist diese Wahl nicht mehr völlig frei. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (2023/970) legt ein Mindestniveau fest, das gilt, sobald der jeweilige Mitgliedstaat sie in nationales Recht umsetzt: für Beschäftigte zugängliche Vergütungskriterien, das Recht auf Auskunft über die Entgelthöhe nach Geschlecht, keine Verschwiegenheitsklauseln zum Gehalt und Gehaltsspannen für Bewerbende vor dem Vorstellungsgespräch. Alles, was darüber hinausgeht, ist eine strategische Entscheidung.

Dieser Leitfaden bietet Ihnen ein Reifegradmodell in fünf Stufen, gleicht es mit der Richtlinie ab, zeigt anhand von TalentUp-Daten zu Stellenanzeigen, wo Arbeitgeber in zehn europäischen Ländern heute stehen, und schließt mit einer Entscheidungstabelle, einer Vorlage für eine Richtlinie und einem Kommunikationsplan für Führungskräfte und Beschäftigte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Entgelttransparenz hat fünf Stufen: verschlossen, Prozess, interne Spannen, Spannen in Stellenanzeigen und offene Gehälter. Jede Stufe braucht die Grundlagen der vorherigen.
  • Nach der Umsetzung setzt die EU-Richtlinie eine Untergrenze, die etwa Stufe 2 plus Entgeltinformationen für Bewerbende entspricht, und verbietet Verschwiegenheitsklauseln zum Gehalt; Stufe 0 ist damit keine Option mehr.
  • In den TalentUp-Daten für 2026 nennen nur das Vereinigte Königreich und die Niederlande in fast der Hälfte der Stellenanzeigen oder mehr ein Gehalt; in der Hälfte der 10 untersuchten Länder enthält weniger als 1 von 4 Anzeigen eine Gehaltsangabe.
  • Wählen Sie Ihre Stufe nach Rechtsraum, Unternehmensgröße, Reife Ihrer Vergütungsstruktur und den Ergebnissen Ihrer Entgeltgleichheitsprüfung, halten Sie sie in einer Entgelttransparenz-Richtlinie fest und informieren Sie zuerst die Führungskräfte.

Die 5 Stufen der Entgelttransparenz

Entgelttransparenz versteht man am besten als Leiter, nicht als Schalter. Jede Sprosse teilt mehr Informationen mit mehr Menschen, und jede Sprosse funktioniert nur, wenn die darunter stabil ist: Spannen zu veröffentlichen ergibt keinen Sinn, wenn niemand erklären kann, wie die Vergütung innerhalb dieser Spannen festgelegt wird.

Stufe Was Sie teilen Wer es sieht Voraussetzungen Typisch für
0. Verschlossene Vergütung Nichts über den eigenen Arbeitsvertrag hinaus; Gespräche über Gehalt werden nicht gern gesehen HR und Top-Management Keine Traditionelle Organisationen; nach der Umsetzung nicht mit der Richtlinie vereinbar
1. Prozesstransparenz Vergütungsphilosophie, wie Vergütung festgelegt wird, Kriterien für Gehaltserhöhungen, Boni und Beförderungen Alle Beschäftigten Dokumentierte Vergütungsrichtlinie und Kriterien Erster Schritt für die meisten Unternehmen
2. Interne Spannen Gehaltsspanne für die eigene Rolle jedes Beschäftigten, danach für alle Rollen und Ebenen Alle Beschäftigten Stellenarchitektur, gebenchmarkte Gehaltsbänder, Entgeltgleichheitsprüfung Die praktische Basis für Arbeitgeber in der EU
3. Spannen in Stellenanzeigen Einstellungsspanne für jede offene Stelle, extern veröffentlicht Bewerbende und der Markt Stufe 2 umgesetzt, Spannen im Einklang mit den aktuellen Gehältern Arbeitgeber im Wettbewerb um Talente; in manchen Rechtsräumen Pflicht
4. Offene Gehälter Individuelle Vergütung aller Beschäftigten, oft mit der zugrunde liegenden Formel Alle Beschäftigten, manchmal die Öffentlichkeit Formelbasierte Vergütung, sehr saubere Daten, eine Kultur der Offenheit Kleine oder missionsgetriebene Organisationen

Stufe 0: Verschlossene Vergütung

Nur HR und einige Führungskräfte kennen die Zahlen, Beschäftigte werden davon abgehalten, Gehälter zu vergleichen, und Verträge können Verschwiegenheitsklauseln zum Gehalt enthalten. Das wirkt sicher, lässt die Beschäftigten aber raten, und Vermutungen sind meist schlechter als die Realität. Nach der Umsetzung der Richtlinie sind Vertragsbestimmungen, die Beschäftigte daran hindern, ihr Entgelt offenzulegen, nicht mehr zulässig; in der EU hat Stufe 0 also ein Ablaufdatum.

Stufe 1: Prozesstransparenz

Sie erklären, wie über Vergütung entschieden wird, ohne die Zahlen zu veröffentlichen: Ihre Vergütungsphilosophie (über, auf oder unter Marktniveau), die Faktoren, die die Vergütung bestimmen, wie Leistung mit Gehaltserhöhungen und Boni zusammenhängt und wann Überprüfungen stattfinden. Diese Stufe ist am günstigsten zu erreichen und diejenige, die alle weiteren Stufen glaubwürdig macht.

Stufe 2: Interne Spannen

Beschäftigte sehen die Gehaltsspanne für ihre eigene Rolle und Ebene und in einer weiter entwickelten Variante die Spannen aller Rollen, sodass sie erkennen, was der nächste Schritt einbringt. Dafür braucht es eine Stellenarchitektur (Rollen in Jobfamilien und Ebenen gruppiert) und auf Marktdaten basierende Gehaltsbänder. Unser Leitfaden zu Marktgehältern und interner Gerechtigkeit erklärt, wie Sie beim Aufbau beides in Einklang bringen.

Stufe 3: Spannen in Stellenanzeigen

Sie veröffentlichen die Einstellungsspanne für jede offene Stelle. Damit legen Sie Ihre Struktur gegenüber Bewerbenden, Wettbewerbern und vor allem Ihren eigenen Beschäftigten offen, die die Anzeige mit ihrer Gehaltsabrechnung vergleichen werden. Unser Artikel über Stellenanzeigen mit transparentem Gehalt erklärt, wie Sie die Spanne formulieren, wie breit sie sein sollte und welche Regeln in den USA und Kanada gelten.

Stufe 4: Offene Gehälter

Alle sehen, was alle verdienen. Das funktioniert für eine kleine Zahl von Organisationen mit formelbasierter Vergütung und sehr konsistenten Daten. Für die meisten Arbeitgeber wirft es Fragen zu Privatsphäre und Datenschutz auf, ohne großen Mehrwert gegenüber einer gut umgesetzten Stufe 2 oder 3.

Arten der Entgelttransparenz: Prozess, Ergebnis und Kommunikation

Häufig wird Entgelttransparenz auch nach Arten statt nach Stufen unterschieden. Prozesstransparenz betrifft die Frage, wie über Vergütung entschieden wird, Ergebnistransparenz die tatsächlichen Zahlen (Spannen oder individuelle Gehälter) und Kommunikationstransparenz die Frage, ob Menschen frei über ihr Gehalt sprechen dürfen. Die fünf Stufen kombinieren alle drei: Stufe 1 ist reine Prozesstransparenz, die Stufen 2 bis 4 fügen schrittweise mehr Ergebnistransparenz hinzu, und das Ende der Verschwiegenheitsklauseln zum Gehalt ist Kommunikationstransparenz.

Was die EU-Richtlinie als Untergrenze festlegt

Die Richtlinie verlangt von keinem Arbeitgeber, individuelle Gehälter zu veröffentlichen. Sie legt ein Mindestmaß an Transparenz fest, das in etwa Stufe 2 plus Entgeltinformationen für Bewerbende entspricht. Diese Pflichten binden Arbeitgeber über nationale Gesetze, sobald der jeweilige Mitgliedstaat die Richtlinie umgesetzt hat.

Pflicht aus der Richtlinie Artikel Entsprechende Stufe
Bewerbende erhalten das Einstiegsentgelt oder seine Spanne vor dem Vorstellungsgespräch, in der Stellenausschreibung oder auf anderem Weg Art. 5 Stufe 3 (ohne zwingende Veröffentlichung in der Anzeige)
Arbeitgeber dürfen Bewerbende nicht nach ihrer bisherigen Vergütung fragen Art. 5 Prozessregel für die Einstellung
Die Kriterien zur Festlegung von Entgelt, Entgelthöhen und Entgeltentwicklung sind für Beschäftigte leicht zugänglich, objektiv und geschlechtsneutral Art. 6 Stufe 1 (Mitgliedstaaten können Arbeitgeber mit weniger als 50 Beschäftigten vom Teil zur Entgeltentwicklung ausnehmen)
Beschäftigte können schriftlich Auskunft über ihre individuelle Entgelthöhe und die nach Geschlecht aufgeschlüsselten durchschnittlichen Entgelthöhen für Beschäftigte mit gleicher oder gleichwertiger Arbeit verlangen; Arbeitgeber müssen innerhalb von zwei Monaten antworten und Beschäftigte jährlich über dieses Recht informieren Art. 7 Nahe an Stufe 2
Beschäftigte dürfen nicht daran gehindert werden, ihr eigenes Entgelt offenzulegen; Verschwiegenheitsklauseln zum Gehalt sind verboten Art. 7 Beendet Stufe 0
Berichterstattung über das geschlechtsspezifische Entgeltgefälle: ab 250 Beschäftigten jährlich ab dem 7. Juni 2027; 150–249 alle drei Jahre ab dem 7. Juni 2027; 100–149 alle drei Jahre ab dem 7. Juni 2031 Art. 9 Berichtspflicht, unabhängig von Ihrer Stufe
Gemeinsame Entgeltbewertung, wenn ein Gefälle von 5 % oder mehr in einer Beschäftigtengruppe nicht durch objektive, geschlechtsneutrale Kriterien gerechtfertigt ist und nicht innerhalb von sechs Monaten behoben wird Art. 10 Berichtspflicht

Zwei weitere Punkte verändern die Risikoabwägung. In Fällen von Entgeltdiskriminierung liegt die Beweislast beim Arbeitgeber, sodass eine Struktur, die Sie nicht erklären können, auf jeder Stufe ein Risiko darstellt. Und da Beschäftigte ohnehin das Durchschnittsentgelt nach Geschlecht für ihre Gruppe erfragen können, schützt die Geheimhaltung von Spannen weniger, als es scheint.

Laura Voinea, die mehr als 20 Jahre Erfahrung in der HR-Führung in die deutsche Beratung UPFLINX einbringt, sieht die eigentliche Frage darin, wo Transparenz endet und berechtigte Vertraulichkeit beginnt:

Laura Voinea Laura VoineaStrategic HR & Talent Innovation, Start-Up & Leadership Coach, UPFLINX

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie bedeutet nicht, dass das Gehalt jedes Beschäftigten zu einer öffentlichen Information wird. Sie erhöht aber die Erwartungen an den Zugang zu Informationen, objektive Vergütungskriterien, vergleichbare Arbeit und die Erklärung von Vergütungsunterschieden. […] Denn Transparenz funktioniert viel besser, wenn alle verstehen, was geteilt werden kann, was vertraulich bleiben muss und warum.

September 2026 · Aus dem Englischen übersetzt Auf LinkedIn lesen →

Die Umsetzungsfrist endete am 7. Juni 2026, doch die Umsetzung verläuft ungleichmäßig: Im September 2026 berichtete Euronews, dass erst fünf Mitgliedstaaten (Italien, Slowakei, Malta, Litauen und Griechenland) die Richtlinie umgesetzt hatten und Deutschland sein Gesetz auf Anfang 2027 verschoben hatte. Prüfen Sie das nationale Recht in jedem Land, in dem Sie Mitarbeitende beschäftigen, denn es kann über die Richtlinie hinausgehen. Einen vollständigen Überblick über die Pflichten finden Sie in unserem Leitfaden zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie und in unserer Übersicht über das EU-Entgelttransparenzgesetz 2026 und seinen Zeitplan.

Wie transparent sind Arbeitgeber heute? TalentUp-Daten

Stellenanzeigen sind das sichtbarste Signal für die Transparenzstufe eines Arbeitgebers. Wir haben gemessen, wie viele Stellenanzeigen in zehn europäischen Ländern zwischen Januar und September 2026 ein Gehalt nennen.

~58 %

der Stellenanzeigen im Vereinigten Königreich nennen ein Gehalt, der höchste Anteil in unserer Stichprobe

5 von 10

Ländern haben weniger als 1 von 4 Stellenanzeigen mit Gehaltsangabe

44 %

der Anzeigen mit Gehaltsangabe nennen eine Spanne statt eines einzelnen Betrags

Quelle: TalentUp-Datenbank für Stellenanzeigen, Januar–September 2026. Mindestschätzungen, siehe Methodik unten.

Land Anzeigen mit Gehaltsangabe, 2026 Transparenzniveau
Vereinigtes Königreich ~58 % Hoch
Niederlande ~50 % Hoch
Polen ~35 % Mittel
Spanien ~27 % Mittel
Frankreich ~25 % Mittel
Deutschland ~22 % Mittel
Irland ~21 % Mittel
Belgien ~19 % Niedrig
Italien ~17 % Niedrig
Portugal ~11 % Niedrig

Niveaus: Hoch = 40 % oder mehr der Anzeigen nennen ein Gehalt; Mittel = 20–39 %; Niedrig = unter 20 %.

Drei Schlussfolgerungen für die Wahl Ihrer Stufe:

  • Stufe 3 ist in den meisten EU-Ländern noch ein Unterscheidungsmerkmal. Außerhalb des Vereinigten Königreichs und der Niederlande nennen etwa drei von vier Stellenanzeigen oder mehr kein Gehalt; eine glaubwürdige Spanne lässt eine Anzeige also nach wie vor hervorstechen.
  • Regeln bewegen etwas. Polen, wo Bewerbende seit Dezember 2025 vor dem ersten Vorstellungsgespräch Entgeltinformationen erhalten müssen, liegt unter den EU-Märkten nach den Niederlanden klar an der Spitze.
  • Wenn Arbeitgeber das Gehalt nennen, ist die Spanne bereits das häufigste Einzelformat: Mindestens 44 % der Anzeigen mit Gehaltsangabe nennen eine Spanne statt eines festen Betrags, wobei sowohl im Anzeigentext genannte Gehälter als auch strukturierte Gehaltsfelder zählen. Eine Spanne ist genau das, was Arbeitgeber laut Richtlinie mit objektiven Kriterien begründen müssen; auf dieses Format sollten Sie sich also vorbereiten.

So wählen Sie Ihre Stufe der Entgelttransparenz

Es gibt keine allgemein richtige Stufe. Fünf Fragen grenzen sie schnell ein:

  1. Wo beschäftigen Sie Mitarbeitende? In EU-Ländern, die die Richtlinie umgesetzt haben, reichen die Stufen 0 und 1 allein nicht aus. In einigen US-Bundesstaaten und kanadischen Provinzen sind Spannen in Stellenanzeigen Pflicht.
  2. Wie groß ist Ihr Unternehmen? Die Berichtspflichten der Richtlinie beginnen bei 100 Beschäftigten, und Mitgliedstaaten können Arbeitgeber mit weniger als 50 Beschäftigten von den Kriterien zur Entgeltentwicklung ausnehmen. Größere Arbeitgeber müssen außerdem mehr Vergleiche erklären.
  3. Wie ausgereift ist Ihre Vergütungsstruktur? Ohne Stellenarchitektur und gebenchmarkte Bänder können Sie keine Spannen veröffentlichen, die Sie verteidigen können. Bauen Sie diese zuerst auf; unser Leitfaden zum Gehaltsbenchmarking für die Einhaltung der Entgelttransparenz erklärt, wie.
  4. Was zeigt Ihre Entgeltgleichheitsprüfung? Wenn Personen in derselben Rolle aus Gründen unterschiedlich bezahlt werden, die Sie nicht mit objektiven, geschlechtsneutralen Kriterien erklären können, schließen Sie die Lücken, bevor Sie mehr offenlegen.
  5. Wie umkämpft ist Ihr Arbeitsmarkt? Wo Bewerbende Spannen erwarten und wenige Wettbewerber sie veröffentlichen, kann Stufe 3 passendere Bewerbungen anziehen.

Entscheidungstabelle

Ihre Situation Empfohlene Stufe Erster Schritt
Arbeitgeber in der EU, keine Stellenarchitektur, Vergütung wird von Fall zu Fall festgelegt Jetzt Stufe 1, Stufe 2 innerhalb von 12 Monaten Vergütungskriterien dokumentieren und Jobfamilien und Ebenen aufbauen
Arbeitgeber in der EU mit Gehaltsbändern, aber ohne aktuelle Entgeltgleichheitsprüfung Intern Stufe 2; Stufe 3 nach der Prüfung Eine Entgeltgleichheitsprüfung nach Rolle und Geschlecht durchführen und unerklärte Lücken schließen
Arbeitgeber in der EU mit gebenchmarkten Bändern und unauffälliger Prüfung Stufe 3 Einstellungsspannen in Stellenanzeigen veröffentlichen und Führungskräfte vor dem Start informieren
Arbeitgeber mit 100+ Beschäftigten in der EU Mindestens Stufe 2 Die Berichterstattung zum geschlechtsspezifischen Entgeltgefälle und einen Prozess für Auskunftsanfragen vorbereiten
Weniger als 50 Beschäftigte, einfache Rollen Stufe 2 oder Stufe 4, wenn die Vergütung einer Formel folgt Schriftlich festhalten, wie Vergütung festgelegt wird; prüfen, ob das nationale Recht Sie von den Kriterien zur Entgeltentwicklung ausnimmt
Einstellungen in US-Bundesstaaten oder kanadischen Provinzen mit Gesetzen zu Stellenanzeigen Stufe 3 für diese Rollen Die veröffentlichte Spanne an Ihre internen Bänder für dieselbe Rolle angleichen
Multinationales Unternehmen in mehreren Rechtsräumen Eine globale Richtlinie auf Stufe 2, Stufe 3, wo vorgeschrieben oder sinnvoll Ein gemeinsames Minimum festlegen und lokale Anforderungen Land für Land ergänzen

So erstellen Sie eine Entgelttransparenz-Richtlinie

Eine Entgelttransparenz-Richtlinie übersetzt die gewählte Stufe in Regeln, an die sich alle halten können. Halten Sie sie kurz, konkret und im Einklang mit Ihrem nationalen Recht. Diese Gliederung eignet sich als Vorlage:

  1. Zweck und Geltungsbereich. Warum Sie Vergütungsinformationen teilen, welche Gesellschaften, Länder und Beschäftigtengruppen die Richtlinie abdeckt und zu welcher Transparenzstufe Sie sich verpflichten.
  2. Vergütungsphilosophie. Ihre Marktpositionierung (über, auf oder unter Marktniveau), die verwendeten Marktdaten und wie oft sie aktualisiert werden.
  3. Stellenarchitektur. Wie Rollen in Jobfamilien und Ebenen gruppiert werden und wie eine Rolle einer Ebene zugeordnet wird.
  4. Gehaltsspannen. Wie Spannen aufgebaut werden, wie breit sie sind, wer sie genehmigt und wann sie überprüft werden.
  5. Festlegung und Entwicklung der Vergütung. Objektive, geschlechtsneutrale Kriterien für Einstiegsgehalt, Gehaltserhöhungen, Beförderungen und Boni sowie der Überprüfungskalender.
  6. Was geteilt wird und mit wem. Zum Beispiel: die eigene Spanne für alle Beschäftigten, alle Spannen im Intranet, Einstellungsspannen in Stellenanzeigen, Vergütungskriterien im Mitarbeiterhandbuch.
  7. Regeln für die Personalgewinnung. Spannen werden Bewerbenden vor dem Vorstellungsgespräch genannt, keine Fragen zur bisherigen Vergütung, geschlechtsneutrale Stellenbezeichnungen und Anzeigen.
  8. Auskunftsanfragen von Beschäftigten. Wie Beschäftigte Auskunft über ihr individuelles Entgelt und die Durchschnittswerte nach Geschlecht verlangen, wer antwortet und innerhalb welcher Frist (zwei Monate laut Richtlinie).
  9. Rollen und Verantwortlichkeiten. Was HR, Führungskräfte und Geschäftsleitung jeweils tun, einschließlich der Frage, wer Vergütung außerhalb der Spanne genehmigen darf.
  10. Datenschutz und Vertraulichkeit. Wie Vergütungsdaten gespeichert werden, wer darauf zugreifen kann und wie individuelle Daten geschützt werden, wenn Durchschnittswerte geteilt werden.
  11. Berichterstattung zum Entgeltgefälle und Abhilfe. Für betroffene Arbeitgeber: was Sie berichten, wann und wie unerklärte Lücken korrigiert werden.
  12. Überprüfungszyklus und Ansprechpartner. Wann die Richtlinie überprüft wird und an wen sich Beschäftigte mit Fragen wenden können.

So kommunizieren Sie Entgelttransparenz an Führungskräfte und Beschäftigte

Die meisten Transparenzprojekte, die scheitern, scheitern an der Kommunikation, nicht an den Daten. Informieren Sie zuerst die Führungskräfte, dann die Beschäftigten und erst danach die Bewerbenden.

Zuerst die Führungskräfte

  • Geben Sie Führungskräften die Spannen, die Kriterien und die Position ihres Teams in den Spannen einige Wochen bevor die Beschäftigten etwas sehen.
  • Schulen Sie sie für die Fragen, die auf sie zukommen, etwa wie man erklärt, wo jemand in einer Spanne liegt und was nötig ist, um aufzusteigen.
  • Sagen Sie ihnen, was sie nicht sagen oder fragen dürfen, etwa Bewerbende nach ihrer bisherigen Vergütung zu fragen, wo die Richtlinie gilt.
  • Legen Sie einen Eskalationsweg fest für Fälle, die sie nicht beantworten können, etwa Beschäftigte unterhalb der Spanne.

Dann die Beschäftigten

Kündigen Sie die Änderung mit einer klaren Botschaft an, die erklärt, was geteilt wird, warum, wie über Vergütung entschieden wird und an wen man sich mit Fragen wendet, und lassen Sie Teamrunden unter Leitung der Führungskräfte folgen. Veröffentlichen Sie interne FAQ und halten Sie sie mit echten Fragen aktuell.

Frage von Beschäftigten So antworten Sie
„Warum verdiene ich weniger als in der Stellenanzeige angegeben?“ Die Kriterien erklären, die die Vergütung innerhalb der Spanne verorten, und, falls die Differenz nicht gerechtfertigt ist, den Korrekturplan und den Zeitrahmen
„Warum ist meine Spanne niedriger als die eines anderen Teams?“ Zeigen, wie Rollen eingestuft und für diese Jobfamilie mit dem Markt verglichen werden
„Wie steige ich innerhalb meiner Spanne auf?“ Die Entwicklung an die dokumentierten Kriterien knüpfen: Leistung, Kompetenzen und Verantwortungsumfang
„Kann ich sehen, was meine Kollegin oder mein Kollege verdient?“ Darlegen, was die Richtlinie offenlegt; nach der Richtlinie können Beschäftigte das Durchschnittsentgelt nach Geschlecht für ihre Gruppe erfragen, nicht das individuelle Gehalt einer Kollegin oder eines Kollegen
„Darf ich anderen sagen, was ich verdiene?“ Ja; nach der Umsetzung der Richtlinie sind Vertragsklauseln, die dies verhindern, nicht zulässig

Die britische Vergütungsberaterin Rachael Dodic, Gründerin von Horizon Reward & People Solutions, fasst zusammen, was Führungskräfte vermitteln müssen, wenn Beschäftigte beginnen, Gehälter zu vergleichen:

Rachael Dodic Rachael DodicHR Reward Consultant, Founder, Horizon Reward & People Solutions

Es kann berechtigte Gründe dafür geben, dass zwei Personen, die dieselbe Rolle auf derselben Stufe ausüben, unterschiedlich bezahlt werden. Entscheidend ist, erklären zu können, warum der Unterschied besteht. […] Bei Entgeltgleichheit geht es nicht darum, jeden Unterschied zu beseitigen. Es geht darum sicherzustellen, dass die bestehenden Unterschiede fair, belegbar und vertretbar sind.

August 2026 · Aus dem Englischen übersetzt Auf LinkedIn lesen →

Häufige Fehler beim Aufstieg auf die nächste Stufe

  • Zahlen teilen, bevor man sie prüft. Wer Spannen veröffentlicht, die die bestehenden Gehälter nicht einhalten, legt Lücken über Nacht offen.
  • Stufe 1 überspringen. Spannen ohne Kriterien laden alle Beschäftigten ein, für das obere Ende des Bandes zu argumentieren.
  • Spannen, die zu breit sind, um etwas auszusagen. Eine Spanne, deren Maximum doppelt so hoch ist wie das Minimum, sagt niemandem etwas und ist schwer zu rechtfertigen.
  • Uneinheitliche Antworten der Führungskräfte. Eine einzige unvorbereitete Führungskraft kann monatelange Vorbereitung zunichtemachen.
  • Das Thema als einmaliges Projekt behandeln. Spannen entfernen sich schnell vom Markt; überprüfen Sie sie mindestens einmal im Jahr.

Wenn Sie genauer wissen möchten, was schiefgehen kann, lesen Sie Kann Entgelttransparenz nach hinten losgehen?, und für das strategische Bild Land für Land siehe Gehaltstransparenz in Europa. Wenn Sie Marktdaten brauchen, um belastbare Spannen aufzubauen, beginnen Sie mit dem kostenlosen Gehaltsbenchmark für Entgelttransparenz oder erfahren Sie, wie TalentUp seine Gehaltsdaten erstellt.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Welche Stufen der Entgelttransparenz gibt es?

Ein praxisnahes Modell umfasst fünf Stufen: verschlossene Vergütung (Stufe 0), Prozesstransparenz (Stufe 1), interne Gehaltsspannen (Stufe 2), Gehaltsspannen in Stellenanzeigen (Stufe 3) und vollständig offene individuelle Gehälter (Stufe 4). Jede Stufe baut auf der vorherigen auf, die Grundlagen lassen sich also nicht überspringen.

Wie viel Entgelttransparenz verlangt die EU-Richtlinie?

Nach der Umsetzung in nationales Recht verlangt die Richtlinie in etwa Stufe 2 plus einen Teil von Stufe 3: für Beschäftigte zugängliche Vergütungskriterien, Auskunft über das individuelle Entgelt und die nach Geschlecht aufgeschlüsselten durchschnittlichen Entgelthöhen auf Anfrage, keine Verschwiegenheitsklauseln zum Gehalt sowie die Angabe des Einstiegsentgelts oder seiner Spanne an Bewerbende vor dem Vorstellungsgespräch. Die Veröffentlichung individueller Gehälter verlangt sie nicht.

Muss ich nach der EU-Richtlinie die Gehaltsspanne in die Stellenanzeige schreiben?

Nicht unbedingt. Die Richtlinie verlangt, dass Bewerbende das Einstiegsentgelt oder seine Spanne vor dem Vorstellungsgespräch erhalten, in der Stellenausschreibung oder auf anderem Weg; einige nationale Gesetze können darüber hinausgehen. Die Angabe in der Anzeige ist der einfachste Weg, die Vorgabe zu erfüllen.

Was sollte eine Entgelttransparenz-Richtlinie im Unternehmen enthalten?

Zweck und Geltungsbereich, Ihre Vergütungsphilosophie, die Stellenarchitektur und die Gehaltsspannen, wie Vergütung festgelegt wird und sich entwickelt, welche Informationen mit wem geteilt werden, wie Beschäftigte Auskunft verlangen können, die Rolle der Führungskräfte, Datenschutz und den Überprüfungszyklus.

Mit welcher Stufe der Entgelttransparenz sollte ein Unternehmen beginnen?

Die meisten Arbeitgeber in der EU sollten Stufe 2 (Prozesstransparenz plus interne Spannen) als Basis anstreben, da dies nahe an dem liegt, was die Richtlinie nach ihrer Umsetzung verlangt. Gehen Sie zu Spannen in Stellenanzeigen über, wenn Ihre Gehaltsbänder gebenchmarkt sind und Ihre interne Gerechtigkeitsprüfung keine Auffälligkeiten zeigt.

Ist vollständige Gehaltstransparenz eine gute Idee?

Nur für wenige Organisationen: meist kleine, mit einer einfachen, formelbasierten Vergütungsstruktur und einer Kultur, die Offenheit gewohnt ist. Für die meisten bringt die Veröffentlichung individueller Gehälter Fragen zu Privatsphäre und Datenschutz mit sich, ohne großen Mehrwert gegenüber klaren Spannen und Kriterien.

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Geschrieben von

Albert Mercadé Laborda

Marketing Manager

Albert verantwortet Marketing und Growth bei TalentUp und arbeitet an der Schnittstelle von HR, Compensation & Benefits und Entgelttransparenz. Er macht aus den Gehaltsdaten von TalentUp praxisnahe Leitfäden, mit denen HR- und Total-Rewards-Teams Gehälter mit dem Markt vergleichen, faire Vergütungsstrukturen aufbauen und sich auf die EU-Entgelttransparenzrichtlinie vorbereiten.

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